
| Werke strotzen nur so vor Fantasie |
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7. Kunsttage in Königswinter: Agenda-Sprecher geht von gut 2000 Besuchern aus von HEIDRUN WIRTH KÖNIGSWINTER. Sonnenschein lag am Samstag über Königswinter und lockte noch mehr Besucher als erwartet zu den Kunsttagen. "Wir sind in der Mitte angekommen und können schon sagen, dass die Kunsttage als Experiment gelungen sind", so Klaus Uwe Meier, Sprecher der Lokalen Agenda 21 und Mitinitiator der 7. Königswinterer Kunsttage. Und wenn er die zahlreichen Kunsttreffs in der Altstadt und weit darüber hinaus einmal überblickt, um die Besucherzahl bis zum 10. März hochzurechnen, kommt er gut und gern auf 2000 Besucher.
Melancholische Tierbilder Manche wurden dabei vielleicht mehrfach mitgezählt, denn es ist schon gute Sitte, an diesem langen Kunst-Wochenende von einer Eröffnung zur anderen zu bummeln. Der Erfolg gibt dem ehrenamtlichen Organisator Auftrieb für die Zukunft: "Ich denke, dass wir das System der Kunsttage weiter beibehalten werden. Natürlich ist es auch ein Problem, mit 65 Künstlern und Künstlerinnen so viel Paralleles anzubieten, aber wir haben uns bei den Ausstellungen bemüht, sie doch ein paar Tage länger laufen zu lassen." Als neuer Kunstort ist in diesem Jahr der Margarethenhof in Ittenbach hinzugekommen. Unter dem Thema German American Artists hat die in Königswinter schon bekannte Künstlerin Ines Tancré sechs Künstler aus Amerika eingeladen, die im deutschen Sprachraum geboren sind, nun aber in Amerika (zumeist in Kalifornien) leben. Unter ihnen sticht Silke Henkel-Wallace mit melancholischen Tierbildern hervor. In altmeisterlicher Art, in der unter dem Firnis kein Pinselstrich zu sehen ist, malt sie ihre geheimnisvollen Bilder mit Schädelfragmenten von Tieren oder mit Tieren, die wie Erscheinungen gespenstisch aus dem Nichts hervorkommen. Titel wie "Ahnentafel" oder "Alleingang" verweisen auf die hintergründigen Bezüge. Ebenso interessant sind die Fotografien von Susanne Kaspar, die in einem schwarzen Fangobad in Kalifornien entstanden sind. Es sind unverkennbar menschliche Formen, die durch den schwarzen Schlamm entstellt sind und im Wurzelgeflecht von Ufergestrüpp zutage treten. Dramatische Geschichten eröffnen sich fürs Auge, und doch ist es nichts anderes als Inszenierungen mit Models, die fotografiert und digital auf Leinwand übertragen wurden. Aber auch was man gemeinhin mit Amerika verbindet, ist in den kleinen Blue-Jeans-Collagen aus realem Hosenstoff von Inge Infante zu finden. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. April im Margarethenhof zu sehen. |