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Über den großen Teich auf die Margarethenhöhe

 

Deutsch-amerikanische Künstlergruppe aus dem kalifornischen Palo Alto stellte ihre Arbeiten noch bis zum 27. April im Margarethenhof aus

Von GUIDO KRAWINKEL
10.03.2008

Königswinter. "Heute sehen wir etwas ganz Besonderes." Da war sich Peter Wirtz ganz sicher. Und er dürfte sogar Recht mit seiner Feststellung haben. Die Ausstellung, die der Bürgermeister im Margarethenhof eröffnete, ist selbst für die Königswinterer Kunsttage etwas Außergewöhnliches.

Wirtz dankte den Künstlern, die die Mühen auf sich genommen haben, Nadja Jansen, der Hausherrin in den "Höfen" auf der Margarethenhöhe, und der Gruppe Kultur der Lokalen Agenda 21 dafür, das Wagnis dieser Ausstellung eingegangen zu sein. Zu sehen sind die Arbeiten von sieben deutschen Künstlern, die sich zu einer deutsch-amerikanischen Künstlergruppe zusammengeschlossen haben: German American Artists wurde 2005 im kalifornischen Palo Alto gegründet und hat bereits mehrfach jenseits des Atlantiks ausgestellt.

In ihrem Heimatland sind die Arbeiten der Künstler zum ersten Mal zu sehen. Die Vorbereitungen, die dazu notwendig waren, hatten es in sich: es galt Transportkisten zu zimmern, die Frachtpassagen für die großformatigeren Werke auf Schiffen zu buchen und alle organisatorischen und versicherungstechnischen Fragen zu klären. All dies haben die Künstler in Eigenregie und auf eigene Kosten bewerkstelligt, wie Klaus-Uwe Meier, Vorsitzender der Gruppe Kultur der Lokalen Agenda 21, betonte. Man sei auch zum ersten Mal mit einer Veranstaltung in der Königswinterer Bergregion vertreten.

Die Mühe dürfte sich gelohnt haben, denn die Arbeiten, die auf der Margarethenhöhe zu sehen sind, zeichnen sich durch sehr individuelle und originelle Ansätze aus. Etwa die Fotografien von Susanne Kaspar, die Aktfotos in unkonventionellen Situationen gemacht hat, in denen sich die Körper der Natur auf fast schon unheimliche Weise angleichen. Oder die Arbeiten von Werner Glinka, der verschiedene Materialien zu einem spannungsvollen, handwerklich hochwertigen Mix verbindet.

Interessiert betrachten die Besucher im Margarethenhof die Werke der deutsch-amerikanischen Künstlergruppe.

FOTO: HOLGER HANDT

Ines Tancré, die derzeit in Wien lebt und bereits im vergangenen Jahr auf den Kunsttagen mit einer Einzelausstellung vertreten war, hat alte Filmrollen derart verfremdet, dass sie kaum mehr als solche zu erkennen sind. Zu sehen sind auch die an Arbeiten von Alberto Giacometti erinnernden Skulpturen von Natasha Jülicher, die sich durch eine ästhetische Eleganz auszeichnen.

Bunt, poppig und schrill sind die Bilder von Bertolt Schmidt, klassisch in der Anmutung aber subtil in den Details dagegen sind die großformatigen Gemälde von Silke Henkel-Wallace. Mit Jeans als Symbol für die globale Vernetzung experimentiert unter anderem Inge Infante in ihren kleinformatigen Arbeiten.

Zu sehen sind die Arbeiten noch bis zum 27. April montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 16 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr.

(10.03.2008)